Das Sanatorium des Kapitalismus
In Davos wurden von jeher Lungenkranke in den Sanatorien behandelt und geheilt. Das Höhenklima ist beim Heilungsprozess besonders förderlich. Das hat sogar Thomas Mann in seinem Roman «Der Zauberberg» auf seine unvergleichliche Art dargestellt.
Das soll nun auch mit dem Kapitalismus passieren. WEF-Gründer Klaus Schwab nennt Davos das Sanatorium des Kapitalismus. Dass der Kapitalismus letztlich alternativlos ist, scheint klar, dass er reformiert werden muss, ist ebenso offensichtlich. Die Frage ist nur, wie das gehen soll.
Die einen finden nämlich, wir hätten zu viel Kapitalismus gehabt und diese Deregulierung habe uns in die heutige Misere gestürzt. Die anderen sind überzeugt, dass wir zu wenig Kapitalismus haben, dass letztlich staatliche Akteure und die Notenbanken für die Krise verantwortlich sind. Indem die Staaten zum Beispiel die Banken gerettet haben, haben sie den Markt-Mechanismus, der für den Kapitalismus entscheidend ist, ausser Kraft gesetzt. Das ist aber tödlich, weil es falsche Anreize setzt. Die Anhänger dieser These sind der Meinung, dass man selbst grosse Banken Pleite gehen lassen muss, wenn sich die Manager verzocken.
Zwischen diesen beiden grossen Meinungen geht die Diskussion hier hin und her. Im Kern ist es die altbekannte Frage: Wie viel Staat oder wie viel Markt braucht es? Das Pendel scheint derzeit ganz klar auf die Seite der Staats-Befürworter auszuschwingen. Denn hier in Davos ist jetzt sogar der Staatskapitalismus salonfähig geworden.
Das Sanatorium der alten Männer, die an ihren Sesseln und alten Überzeugungen kleben. Mit ihren "Young Global Leaders" und "Global Shapers" wollen sie lediglich sicherstellen, dass alles weitergeht wie gehabt. Echte Innovationen sind vom WEF nicht zu erwarten. Die ganze Veranstaltung ist Geldverschwendung für unnütze Selbstverherrlichung.
Martin Widerspenstig
Viele Menschen träumen von der Selbständigkeit, doch die Risiken sind so hoch, dass man gut und gerne Sozialfall oder im schlimmsten Falle sogar IV-Rentner werden kann. Dann stellt sich die Frage eines Gläubigerschutzes oder Privatkonkurses. Viele Menschen wären gerne Selbstversorger und würden gleichzeitig aber auch immer wieder fremde Kulturen und Lebensweisen kennenlernen, jedoch möchte man nur die Sonnenseiten des Lebens sehen. So geht das aber nicht.
Aufklärer
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