27.1.2012 13:16

  • Currently 2.8/5
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

(4 Stimmen)

bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark
bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark
bookmark bookmark bookmark bookmark bookmark
 

Das Verschwinden der ältesten Schweizer Privatbank

Ausgerechnet der eloquenteste Schweizer Privatbankier Konrad Hummler wird ein Opfer seines US-Geschäfts. Seine Bank Wegelin verschwindet, wird an die Raiffeisengruppe verkauft. Der Hintergrund: Die amerikanischen Behörden prüfen eine Strafklage gegen Wegelin, weil Wegelin offenbar US-Kunden mit nicht versteuerten Vermögen auch nach dem UBS-Skandal übernommen hat.


Wegen etwa 5 Prozent des Geschäftes verlieren Hummler und sein Geschäftspartner Otto Bruderer die Bank und der Name der ältesten Schweizer Bank wird verschwinden. Wegen eines Mini-Geschäfts wurde die Existenz der ganzen Bank in den Sand gesetzt - eine vorausschauende, intelligente Geschäftsführung war das nicht.


Raiffeisen wird die Bank neu unter Notenstein Privatbank AG führen. Für Raiffeisen ist der Deal gut, denn Raiffeisen kommt vermutlich recht günstig zu vielen neuen Kunden im interessanten Vermögensverwaltungsgeschäft. Wegelin schützt mit dem Verkauf die Arbeitsplätze in der Schweiz.


Dieser Paukenschlag in der Privatbanken-Szene zeigt, wie gefährlich eine Anklage in den USA ist, selbst für Banken, die keine Repräsentanz in den USA haben. Wird eine Bank nämlich in den USA angeklagt, dann dürfen alle amerikanischen Banken keine Geschäfte mehr mit einer solchen Bank abschliessen.

 

Und obwohl Wegelin nicht mehr viel mit den USA zu tun hat, ist das offenbar so existenzbedrohend, dass die Bank jetzt aufgeben muss. Eine dramatische Entwicklung, auch die anderen Banken, die auf der ominösen Liste der Amerikaner stehen, sollten aufgeschreckt sein.


Kommentare
 

27.1.2012 16:15

  

eine weitere bariare der nicht zahlbarkeit von 1980 1988 und 2001

irgendwie kommt immer mehr toxisches papier hervor

soviel zum bahnhof 21

noch mehr davor stellen zum clobalen schon längst zusammenbuch

jäger


29.1.2012 09:16

  

Die Schweiz hat Erfahrungen im Grossmachtdenken, wenn man die Geschichte mal unabhängig studiert. Die sogenannten Grossmächte sind ein eindeutiges Problem. Deren Gebahren ist nicht schöpferisch sondern zerstörerisch und bedrohen insbesondere die Existenz und Gesundheit des "kleinen Mannes". Der Bürger hat dann wieder Alles auszubaden. Soll man sich nun einen möglichst sicheren und auch schweren Safe zu Hause installieren oder das Geld auf verschiedenen Banken installieren oder wie kann man sich da schützen.
Ich halte es für eine Alternative einen sofortigen UNO-, WEF- etc.-Austritt ins Auge zu fassen und Einen Sozialen, Wirtschaftlichen, und Gesundheitlichen Staatenverbund mit Spanien, Griechenland, Italien und auch Slowenien und anderen von z.B. der Fitchratingagentur Fitch heruntergestuften Staaten anzustreben. Die Schweiz wird so nämlich mit in den Abgrund gerissen. Eine allfällige Erneuerung und Erweiterung der EFTA ist ebenfalls möglichst schnell zu veranlassen, falls nicht möglich ein sofortiger Austritt. In der Schweiz musste jeder der die Mögliichkeit hatte im 2. Weltkrieg Kartoffeln anbauen. Ist dies korrekt? Meine leider verstorbene Grossmutter hat mir das so vermittelt. Auch sie war aktiv in verschiedenen Belangen an die ich mich leider nicht mehr ganz erinnern kann dem Heimatschutz verschrieben. Auch gibt es Alternative Anbaumethoden, die Jahrtausendelang funktionierten und mehr Qualität und Selbstversorgung garantierten. Die Subventionen für nachhaltige und insbesondere Biologische Produkte sind zu fördern etc., etc. Auch Altes gesundheitliches Wissen, z.b. der Klosterheilkunde oder der Kelten oder Indios sind zu erforschen usw. usf. Besten Dank für die Veröffentlichung

Aufklärer


30.1.2012 06:36

  

Vor einer Weile berichtete Eco ausführlich über den Steuerstreit mit den USA. Dabei sagte ein Experte, dass die USA im Fall UBS starke Waffen besassen, aber heute über Massenvernichtungswaffen verfügen. Ich würde sagen, die erste kleine taktische Atombombe hat eingeschlagen. Sie haben eine kleinere „Einheit“ zerschmettert und gezeigt, womit es die Banken und die Schweiz zu tun haben. Es zeigt auch, wie schwach unsere Verhandlungsposition ist. Offensichtlich besitzen die USA genug Informationen, um unsere Banken mithilfe ihrer Jurisdiktion zu zerschlagen. International tätige Banken, benötigen Zugang zum Dollarmarkt und Beziehungen zu anderen Banken. Im Gegensatz zu vielen Schweizer Banken, sind andere klüger und wissen, dass man sich besser nicht mit der US Justiz angelegt. Besonders nicht auf eine so dämliche Weise, wie viele Schweizer Banken nach dem „Fall UBS“

Was auf uns zukommt, zeigt der Fall Wegelin. Entsprechend schwach ist unsere Verhandlungsposition. Forderungen nach besseren Verhandlungen, härteren Verhandlungen, oder was sonst noch durch die Medien und die Foren schwirrt, erübrigen sich. Die USA sind nicht mehr auf unsere Kooperation angewiesen. Seit der UBS besitzen sie mehr als genug Informationen, um unabhängig von uns vorzugehen. Dazu kommt die bereits erwähnte Bedeutung ihrer Währung und ihres Marktes. Nach der UBS hatten wir die Gelegenheit, den Steuerstreit mit den USA beizulegen. Aber die Banken wussten nichts Besseres, als fehlbare Kunden und Kundenberater von der UBS zu übernehmen. Ich erinnere mich auch noch an die Ausreden, eines Vermögensverwalters bei Eco. Was sollen die USA da denken? Es überrascht mich, dass es nicht aus dem Justizministerium in den USA raucht. Die USA schlossen mit uns einen Vertrag und die Schweizer Banken machten weiter wie bisher. Sie ignorierten die US-Gesetzgebung. Die Tatsache, dass Schweizer Banken das taten, machte den USA natürlich klar, dass die Schweiz ihr Problem ist. Solange sich die Schweizer Banken hinter der Schweizer Jurisdiktion verstecken können, können sie den Steuerbetrug nicht bekämpfen. Somit müssen sie die Existenz der Banken gefährden, damit sie sich an die Gesetze halten. Weil in der Schweiz Arbeitsplätze und viel Steuergeld an den Banken hängt, können sie auch so auf uns Druck ausüben. Ein logisches Vorgehen, alternativlos. Wie könnten es die USA hinnehmen, dass unsere Banken und wir die Schweiz über Steuern und Arbeitsplätze am kriminellen Verhalten ihrer Bürger profitieren?

Eine weitere Schwäche unserer Position stellt „Fatca“ dar. Es liquidiert das Bankgeheimnis ohnehin. Dazu kommt, dass wir auf der Welt in Sachen Bankgeheimnis keine Verbündeten haben. Viele Staaten ärgern sich darüber, dass in der Schweiz Geld liegt, dass nicht versteuert wird. Verschiedene Staaten erhielten bereits Bankdaten, die sie verwerteten. Diese tauschten sie untereinander aus. Ich weiss nicht, was für Verträge die USA haben. Aber diese Informationen könnten vielen Staaten sehr nützlich sein. Kein Wunder ist die Abgeltungssteuer für uns so wichtig. Selbst wenn sich global tätige Banken mit den USA einigen, müssen sie sich in anderen Ländern auf Ungemach einstellen. Immerhin liegen die Finma jetzt dazu über, dass das Brechen von Gesetzen in anderen Staaten als „ungetreue Geschäftsführung“ betrachtet wird und somit Massnahmen rechtfertigt. Eine Versuch das Bankgeheimnis zu retten und die Banken zur Einhaltung fremder Gesetze zu zwingen.

Viele Leute begreifen nicht, dass es in Sachen Bankgeheimnis nur noch um Kapitulationsverhandlungen geht. Es ist verloren. Die Daten der USA, die verkauften Daten nach Deutschland und HSBC-Daten haben mehr als genug Informationen geliefert, um weiter vorzugehen. Die USA erschufen Fatca, die EU geht dazu über, Staaten die sich nicht an ihre Regeln halten von ihrem Markt auszuschliessen (Fondsregulieren), die OECD will verlangen, dass Personen, über die andere Staaten Informationen wollen, nicht darüber informiert werden, dazu gibt es Bestrebungen, dass in Zukunft alle „steuerrechtliche relevante“ Daten übermittelt werden.

Der Schweizer Finanzplatz muss sich mit dem Ende des Bankgeheimnis abfinden. Wir sollten uns endlich daran machen, es abzuwickeln, bevor andere Jurisdiktion in unsere Banken in den Boden rammen. Die meisten von ihnen sind nicht systemrelevant für die USA und andere Staaten. Das sollten wir nicht vergessen. Die UBS war und ist es, die CS ist es, bei Kantonal- und Privatbanken sieht es anders aus. Die perfekten Ziele, um Exempel zu statuieren.

Wer unsere Stärken (Direktinvestitionen, Transit usw.) anführen will, übersieht, dass die Schlimmeres verhindern. Einst ging Frankreich ganz anders gegen Monaco vor.

M. Schmid


Kommentar verfassen

Liebe Blog-Besucherinnen und -Besucher
Wir freuen uns, wenn Sie die Beiträge unserer Blog-Autoren kommentieren und bitten Sie, sich dabei an die Netiquette zu halten.