Was hat Raiffeisen für Wegelin bezahlt?
Am WEF wird unter Bankern und Finanzleuten eifrig diskutiert, wieviel die Raiffeisen-Gruppe unter Pierin Vincenz für Wegelin bezahlt hat. 21 Milliarden an Vermögen bekommt Raiffeisen dazu. Normalerweise wird der Kaufpreis in Prozenten dieser Vermögen, die quasi eingekauft werden, angegeben.
Die Fachleute rätseln hier in Davos darüber, wie gross der Prozentsatz in diesem Fall war. Je nach Qualität der übernommenen Vermögen werden heute 1 bis 1,5 Prozent bezahlt. Das würde 200 bis 250 Millionen Franken ausmachen.
Da Wegelin ganz offensichtlich aufgrund der drohenden Anklage das Wasser in den USA bis zum Hals stand, muss man dies als Notverkauf bezeichnen. Bei einem Notverkauf macht aber der Käufer und nicht der Verkäufer der Preis. Von daher sagen mir Banker am WEF, der Preisehabe deutlich unter einem Prozent der übernommenen Vermögen gelegen. 0,5 bis 1 Prozent seien wohl realistischer. Das heisst, der Kaufpreis dürfte deutlich unter 200 Mio. betragen haben. Vermutlich eher 120 bis 150 Mio. Franken.
Ob da Raiffeisen ein Schnäppchen gemacht hat, wird davon abhängen, ob die Amerikaner nicht auf die Idee kommen, jetzt auch noch auf Raiffeisen los zu gehen, denn die neue Bank mit neuem Namen ist bis zu einem gewissen Grad die Rechtsnachfolgerin der alten Bank. Und der neue Chef ist ein ehemaliger Mitarbeiter der alten Wegelin.
Die Finma hält das offenbar für unproblematisch, juristisch sei das geprüft worden. Man kann für die ehemaligen Mitarbeiter der alten und jetzt neuen Wegelin Bank nur hoffen, dass dies gründlich gemacht worden ist und quasi eine juristische Brandmauer um die neue Bank gelegt worden ist, welche die Gefahr ausschliesst, dass auch die neue Bank angeklagt werden könnte.
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